Blick in die Werkstatt: So werden die Züge der S-Bahn München umgebaut

Die S-Bahn im Werk © DB/Sandra Best

34.000 neue Sitz-, Rücken- und Kopf­pols­ter, 1.904 dop­pel­sei­ti­ge Breitband-Monitore und 36.000 Qua­drat­me­ter neuer Fuß­bo­den­be­lag: Die Mo­der­ni­sie­rung der gesamten 238 Züge der S-Bahn München ist eine Mam­mut­auf­ga­be. Es ist das größte Fahr­zeug­mo­der­ni­sie­rungs­pro­jekt der Deutschen Bahn. In den Werken Krefeld und Nürnberg der DB Fahr­zeug­in­stand­hal­tung werden die Münchner S-Bahnen derzeit im Innenraum komplett neu­ge­stal­tet, dazu technisch überholt und außen neu lackiert. Rund 200 Mit­ar­bei­ter arbeiten an den beiden Stand­or­ten parallel an bis zu zwölf S-Bahn-Fahr­zeu­gen. Rund sechs Wochen dauert der Umbau eines Fahrzeugs.

Zunächst wird der be­ste­hen­de Zug komplett entkernt, an­schlie­ßend kann die ei­gent­li­che Mo­der­ni­sie­rung beginnen. Eingebaut werden in jedes Fahrzeug unter anderem acht dop­pel­sei­ti­ge Breitband-Monitore zur besseren Fahr­gast­in­for­ma­ti­on, neu ge­stal­te­te Ge­päck­ab­la­gen, neue Mehr­zweck­be­rei­che mit eigener Familien- und Grup­pen­ecke und zu­sätz­li­che Hal­te­grif­fe. Eine neuartige Be­leuch­tung stellt sich au­to­ma­tisch auf die Licht­ver­hält­nis­se ein. Mit der Mo­der­ni­sie­rung sollen die S-Bahn-Züge fit für die nächsten Jahre gemacht werden. So trägt ein offeneres Raum­kon­zept unter anderem dazu bei, dass den Fahr­gäs­ten mehr Platz zur Verfügung steht. Bis Ende 2020 werden alle 238 Fahrzeuge umgebaut sein.

Eine besondere Her­aus­for­de­rung: Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb und deshalb Schritt für Schritt, damit immer genug Fahrzeuge in München im Einsatz sind. Mit der Fer­tig­stel­lung des ersten Mus­ter­fahr­zeugs hat jetzt der Umbau der Fahrzeuge begonnen. Ein wichtiger Pro­jekt­mei­len­stein steht am 9. Juli bevor. Dann geben Staats­mi­nis­te­rin Ilse Aigner, DB-Per­so­nen­ver­kehrs­vor­stand Berthold Huber, BEG-Ge­schäfts­füh­rer Dr. Johann Niggl und S-Bahn-Chef Heiko Büttner bei einer Fest­ver­an­stal­tung im Werk Stein­hau­sen den Start­schuss für die Jung­fern­fahrt des ersten mo­der­ni­sier­ten Zuges zum Ost­bahn­hof. An den dar­auf­fol­gen­den Tagen besucht der Zug in Son­der­fahr­ten mit aus­ge­wähl­ten Fahr­gäs­ten die Land­krei­se rund um München. Ab dem 12. Juli schließ­lich ist das erste umgebaute Fahrzeug regulär im Fahr­gast­be­trieb unterwegs.

Beitrag vom: